Das Bonbon zwischen Pause und Englisch (HST 11/2005)

Veröffentlicht von Administrator am 02.02.2009
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Von Joachim Friedl

Tanja Wiedmann leitet seit gut acht Wochen die Albrecht-Dürer-Schule in Neckargartach und unterrichtet mit Vorliebe Englisch. (Foto: Ralf Seidel)

Sie verkörpert den modernen Typ Frau: selbstbewusst, erfolgreich, zielorientiert, willensstark und unbeirrt. Eigenschaften, die auf Tanja Wiedmann, die neue Schulleiterin an der Albrecht-Dürer-Schule in Neckargartach, wie maßgeschneidert passen. Mit Beginn des neuen Schuljahres vor wenigen Wochen trat die 38 Jahre alte gebürtige Bad Wimpfenerin die Nachfolge von Rektor Peter Schaak an, der in Ruhestand ging und sich derzeit in Schweden seinen Traum von einem herrgãrd, zu deutsch Hofgut, verwirklicht.

Einen Traum hat sich auch Tanja Wiedmann erfüllt: Sie wollte schon immer Lehrerin werden. Zum einen, weil sie einen ausgeprägten Hang in den sozialen Bereich hat, zum anderen, weil sie sehr früh in das Lehrerdasein hineinwuchs; beide Elternteile waren Erzieher: Der Lehrerberuf hat mich immer fasziniert und war für mich stets positiv besetzt , gehen ihre Gedanken zurück in die Jugendjahre.

 Das Fundament ihrer heutigen beruflichen Tätigkeit legte die Lauffenerin - seit mehreren Jahren lebt sie in der Stadt Hölderlins - an der PH in Ludwigsburg. Hier studierte sie das Lehrfach Grund- und Hauptschule mit Schwerpunkt Englisch. Anlass, sich in diese pädagogischen Verästelungen zu vertiefen war die Freude, mit relativ kleinen Kindern bis zu heranwachsenden Jugendlichen zu arbeiten. Ich bin sehr kinderlieb, und die Liebe zu Kindern ist Voraussetzung, um Lehrer zu sein , bringt sie eine Selbstverständlichkeit der Lehrerarbeit auf den Punkt.

Ihre erste Anstellung als Lehrerin bekam Tanja Wiedmann 1993 an der Grund- und Hauptschule Ilsfeld. Hier unterrichtete sie acht Jahre lang und wechselte dann als pädagogische Beraterin zum Schulamt Heilbronn. Diese Zeit abseits des Klassenzimmers hat mir unheimlich viel Freude bereitet, weil ich im Rahmen der Lehrerfortbildung mit dazu beitragen durfte, dass Kollegen das Konzept 'Englisch an Grundschulen' verinnerlichten und Mut bekamen, diese Grundidee zu vertreten , beschreibt die Mutter eines 15-jährigen Sohnes jenen Lebensabschnitt. In jener Zeit beginnen auch ihre Aktivitäten als anerkannte Schulbuchautorin.

In den vergangenen vier Jahren war Tanja Wiedmann Konrektorin an der Grund- und Werkrealschule in Güglingen. Eine Zeit, in der sie, wie sie selbst sagt, an der Seite von Schulleiter Klaus Müller viel Erfahrung in Schulorganisation, Elternarbeit und Schulrecht sammelte, die ihr jetzt in Neckargartach zugute kommen. Entsprechend positiv fällt ihr Fazit nach acht Wochen Albrecht-Dürer-Schule mit den 577 Schülern und 41 Lehrerinnen und Lehrern aus: Es ist alles so, wie ich es mir vorgestellt habe. Lobende Worte findet sie für Konrektor Günther Kugler, Sekretärin Margret Senghaas und Hausmeister Udo Heyd: Zwischen uns findet beste Teamarbeit statt.

Abstand vom Schulalltag findet die passionierte Klavierspielerin und Sängerin ( . . .am liebsten würde ich wieder in einem Lehrerchor mitwirken ) beim Sport ( . . . ein bisschen Laufen, ein bisschen Fitness ), bei der Gartenarbeit rund ums eigene Häuschen und bei Reisen mit ihrem Sohn Paul. Um sich in Vereinen zu engagieren, dazu fehlt der Frau mit dem herzerfrischenden Lachen die Zeit: Auf meiner Agenda steht momentan die Albrecht-Dürer-Schule ganz oben. Diese Ganztagesschule bedarf meiner ganzen Kraft. Als sie diese Worte spricht, wandern ihre Augen zu einem Sideboard in ihrem Büro, auf dem ein kleiner Hügel voller Süßigkeiten liegt: Ich bin eine Naschkatze , gesteht sie, greift nach einem Schokobonbon und sagt mit sympathischem Lächeln: Reine Nervennahrung - und ab geht's zur nächsten Lehrerbesprechung.

==> Link zum Originalbericht der Heilbronner Stimme

Zuletzt geändert am: 02.02.2009 um 15:14


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