Albrecht-Dürer-Schule - Schulgeschichte

 

Schulhof 1937 

 

Im Schulhof, um 1937. Vor der evangelischen Peterskirche das älteste Schulhaus (rechts), Kirchbergstraße 6. Links hinter dem Baum das 1882 gebaute zweite Schulhaus, Frankenbacher Straße 39.

 

 Schulhaus gebaut 1909

 

Das sogenannte "neue" (dritte), 1909 gebaute Schulhaus, Frankenbacher Str. 45, dahinter die evangelische Kirche, um 1930.

 

Bilder aus: Helmut Schmolz / Hubert Weckbach: Neckargartach in alten Fotografien 1880-1945, Jahrbuch Verlag Weinsberg, 1988

 

 

Schule in Neckargartach, von 1938 bis heute (2003)

 

Im Jahr der Eingemeindung Neckargartachs nach Heilbronn, 1938, gab es drei Schulhäuser mit zusammen 19 Klassenzimmern. Neben der alten Schule aus dem 19. Jhdt., direkt neben der Peterskirche (heute ev. Gemeindebüro), stand das zweistöckige „neue“ Schulhaus, das die Gemeinde Neckargartach 1882 für 22000 Mark errichtet hatte. 1909 war dann die heutige Leinbachschule dazu gekommen.

 

Der Weggang von Rektor Ernst Feucht im September 1938 mag als Beginn des letzten Wegstücks für die Schule vor dem Zweiten Weltkrieg gesehen werden.

 

In den folgenden Jahren wurde sie zunehmend durch die Kriegsereignisse beeinträchtigt. Ein durch Einberufungen zum Wehrdienst geschrumpftes Kollegium von 9 Lehrerinnen und Lehrern, unter der Leitung von Oberlehrer Karl Herrmann, musste mit seinen Schülerinnen und Schülern vielerlei Probleme und Belastungen ertragen: Auslagerung von Klassen nach Böckingen wegen fehlender Luftschutzeinrichtungen, Ernteeinsätze auf umliegenden Bauernhöfen (im Juli 1942 ernteten die Klassen 5 bis 7 10872 kg Erbsen auf dem Hipfelhof). 1944 kam es zur Beurlaubung der 8. Klasse und vorzeitiger Einweisung in Lehrstellen, schließlich durch Bombenangriffe zu Unterrichtskürzungen. Beim Einmarsch der Alliierten 1945 wurde das so genannte „neue“ Schulhaus zerstört.

 

Die Nachkriegsjahre brachten neue Sorgen auch für die Schule: Kohleknappheit bescherte zusätzliche Ferien und damit Unterrichtsausfall. Die Schülerzahlen stiegen durch den Zuzug von Flüchtlingen; Schulräume fehlten. Unter Rektor Wilhelm Wurster, der 1946 die Schulleitung übernommen hatte, wurde auch im Rathaus und im ev. Gemeindehaus unterrichtet.

 

Im Januar fasste der Heilbronner Gemeinderat den Beschluss, eine neue Schule für 1,6 Mill. DM zu bauen. Dies versprach eine deutliche Verbesserung der Situation. Am 22. Oktober 1956 übergab der Architekt Wilhelm Hagner den von Schülern gefertigten „goldenen Schlüssel“ an Oberbürgermeister Paul Meyle. Der ehemalige Neckargartacher Bürgermeister Jakob Haspel begrüßte das verspätete „Versöhnungsgeschenk des Bräutigams Heilbronn an die Braut Neckargartach“.

 

Schul - Einweihung 1956 

 

Schüler von 1956

 

Die beiden Schulhäuser tragen seitdem die Namen „Leinbachschule“ und „Albrecht- Dürer- Schule“.

 

Albrecht-Dürer-Schule um 1956

 

Die Albrecht-Dürer-Schule um 1956.

 

(Bild aus der Heilbronner Stimme vom 4.12.97)

 

Im Jahr 1961 konnte der damalige Rektor Otto Schwarz bei der Einweihung der Turnhalle von einer „kompletten Schule“ sprechen.

 

In den folgenden Jahren machte die Albrecht- Dürer- Schule immer wieder durch bemerkenswerte Veranstaltungen auf sich aufmerksam. Da gab es Serenadenabende, in Kooperation mit dem Gesangverein und dem Musikverein gestaltet. Auch der „lebendige Geschichtsunterricht“ anlässlich der 1200- Jahrfeier Neckargartachs 1967 ist noch in Erinnerung.

 

1970 übernahm Sixt Haussmann das Amt des Schulleiters. Damals wurden 1040 Schülerinnen und Schüler von 40 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Spektakuläre Erfolge erzielten in jener Zeit die Mädchen unter ihrer Lehrerin Ursula Renz im Handball, bis hin zur Teilnahme am Bundesfinale in Berlin.

 

Seit 1981 leitet Peter Schaak die Albrecht- Dürer- Schule. In vielfältiger Weise kooperiert die Schule mit verschiedensten Partnern, um die Bildungs- und Erziehungsarbeit abzusichern und die Schule gleichzeitig in das Leben hinein zu öffnen. Sowohl der VfL Neckargartach, der Gesangverein, das Harmonikaorchester, der Musikverein, das Kinderhaus Böllinger Str., das Jugendcafe Wannenbad, wie auch städtische Ämter, die Träger der Jugendhilfe und die Polizei gehören zu den Partnern.

 

Seit 1988 besteht der „Förderkreis Albrecht-Dürer-Schule e.V.“, der sich unter seiner damaligen Vorsitzenden Renate Militzer unermüdlich zum Wohl der Schule einsetzt.

 

Im Jahr 2000 gab es eine entscheidende Veränderung an der Schule: Die Ganztageshauptschule wurde eingeführt. Nach umfangreichen baulichen Erweiterungen bestand die Möglichkeit dieses Schulkonzept zu verwirklichen. Seither arbeitet das Kollegium engagiert an der Gestaltung eines eigenständigen Schulprofils. Derzeitige Merkmale sind schon das Sportprofil und eine deutliche soziale Ausrichtung. Unsere Schülerinnen und Schüler erhalten vermehrte und differenziertere Sportangebote und übernehmen gemeinschaftsdienliche Sonderaufgaben, die dann im Abschlusszeugnis ausgewiesen werden. Ausserdem verändert sich zunehmend die Gruppe der „Lehrenden“, indem Fachleute aus der Wirtschaft und engagierte Eltern den Lehrern zur Seite stehen.

 

P. Schaak

 

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